✝️ Daniela Kröhl, 37 Jahre – August 2002, Hannover, Niedersachsen 🇩🇪💔

Daniela kam als Siebenjährige in eine Pflegefamilie. Sie tat sich schwer in der Schule und später in der Ausbildung.

Daniela finanzierte ihre Drogensucht mit Prostitution. Sie war heroinabhängig.  Sie ging auf dem Straßenstrich zwischen Goethestraße und Marstall der Prostitution nach. 

Die letzte bekannte Adresse der 37-Jährigen war die Notunterkunft für obdachlose Drogenabhängige in Vahrenwald. Dort lebte sie fünf Monate lang. Mitbewohner schildern sie als sehr schweigsam und in sich gekehrt. Daniela Kröhl träumte vom Ausstieg, mit ihrem Freund wollte sie endlich ein Leben ohne Heroin führen.

Den ersten Schritt dazu schaffte sie noch. Im Februar 2002 erst hatte sich die Abhängige zur Entgiftung entschieden. Dann aber wurde sie rückfällig.

Daniela hatte eine vierjährige Tochter, die bei Pflegeeltern lebte.

Ein Mann ruft gegen 14 Uhr aus einer Telefonzelle bei der Polizei an. Er meldet, dass eine Leiche im Fluss liege, nahe der Goethebrücke. Er nennt seinen Namen nicht, legt auf. Polizisten fahren dorthin. Sie sehen keine Leiche. Um 17.40 Uhr am Montag, 2. September 2002, entdecken andere Zeugen einen toten Frauenkörper an der Böschung des Leibnizufers – ein paar Meter weiter, als es der erste Anrufer gesagt hatte. Die Ermittler glauben zunächst an einen Krankheitsfall und nicht an ein Verbrechen, erst die Obduktion bringt Klarheit. Die 37-Jährige starb durch „Gewalteinwirkung am Hals“ so die Polizei, vermutlich wurde sie erwürgt. Ausweispapiere hatte die in München geborene Frau nicht dabei, sie wurde durch Fingerabdrücke identifiziert.

Bei den prostituierten Frauen ging die Angst um vor einen Serientäter. Weitere Angriffe:

– Der 1. Oktober 2002, 6.10 Uhr: Eine Prostituierte steht in einem Hinterhof an der Stiftstraße (Mitte). Ein Mann nähert sich von hinten. Er packt zu, würgt die 30-Jährige. Dann versucht er, sie zu vergewaltigen. Die Frau schreit um Hilfe, wehrt sich – und kann sich schließlich losreißen. Sie läuft weg. Kurze Zeit später meldet sie sich im Polizeirevier an der Herschelstraße und zeigt den Fall an. Doch die Fahndung nach dem Täter bleibt erfolglos. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit dem Mord an Daniela nicht aus. Dafür spricht: Die Tatorte liegen nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt, nah am Leineufer. Beide Frauen wurden gewürgt. Beide Taten geschahen am oder kurz nach dem Wochenende.

– Auch eine prostituierte Frau, deren Wohnmobil zwischen Großburgwedel und Wedemark-Bissendorf steht, wird überfallen. Die junge Tschechin wird laut Polizei von einem Unbekannten mit einem Messer bedroht. Sie händigt ihm 350 Euro aus. Das reicht dem Mann offenbar nicht: Er fesselt die 22-Jährige mit Klebeband. Dann zerrt er die sich heftig wehrende Frau zu seinem Wagen, um sie in den Kofferraum zu werfen. Sie reißt sich jedoch los und rennt auf die Straße. Ein Autofahrer hält an und rettet sie. Vom Täter auch in diesem Fall keine Spur. 

Die Zusammenhänge bleiben unklar, und auch der Mord an Daniela bleibt ungeklärt.

Erst Ende Oktober 2002 kann Daniela beerdigt werden auf dem Laher Friedhof, vorher wird lange darum gestritten, wer die Kosten übernimmt. 

Von Redaktion

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