✝️ Rosemarie von Fürt – 29. Dezember 1972, Hamburg 🇩🇪💔

Rosemarie war Halbfranzösin.

Rosemarie war in den frühen Morgenstunden im Zimmer Nr. 2 Im zweiten Stock des Hauses F im Eros- Center auf St. Pauli ein Mord entdeckt worden. Der letzte Gast hatte sie gegen 1.45 Uhr verlassen. Als sie sich nicht wieder meldete, ging der Wirtschafter in das Zimmer. Es war leer. Als der Mann den Kleiderschrank öffnete, rollte ihm eine Leiche entgegen. „Rosi“ war erwürgt worden.

Wenige Tage später wurde der Zuhälter der Ermordeten, Dieter M.  wegen des Verdachts des Mordes festgenommen. Im August 1973 wurde der frühere Wirtschafter im Eros-Center zu 26 Monaten Freiheitsstrafe wegen Zuhälterei und einer Rauschtat verurteilt. Sechs Wochen vor dem Mord an „Rosi“ hatte M. seiner Geliebten so lange ein Kissen auf das Gesicht gedrückt, bis sie keinen Ton mehr von sich gab. Den Mord konnte man ihm nicht nachweisen.

Dennoch blieb er für die Beamten der Mordkommission der Verdächtige Nummer 1.
Im Oktober 1973 kam dann die Anfrage der tschechischen Behörden. Da damals noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Tschechoslowakei bestanden, lief die Anfrage über die US-Botschaft in Prag: „Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten beehrt sich, die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika im Rahmen guter Dienste zu bitten, folgende Informationen durch die zuständigen Behörden der BRD bestätigen zu lassen“, heißt es in dem Anschreiben des Prager Außenministeriums. 

Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden wurde dann darüber informiert, daß ein Mithäftling des Milan Drazan den Gefängnisbehörden in Prag Einzelheiten über einen Mord in der Bundesrepublik mitgeteilt habe. Danach soll ihm Drazan berichtet haben, daß er im Dezember 1972′ in Deutschland eine Frau erwürgt habe und dann über zusammengeknüpfte Betttücher geflüchtet sei. Das BKA erließ sofort an alle Landeskriminalämter ein Rundschreiben mit der Anfrage: „Wo gibt es einen noch ungeklärten Frauenmord aus dem Dezember 1972?“ Die Hamburger Mordkommission sandte Unterlagen über den Fall Rosemarie van Fürt. Insgesamt wurden den Prager Behörden Akten über sechs ungeklärte Frauenmorde zugeschickt. Dann herrschte monatelang Schweigen.

Erst im Juni meldeten sich die tschechischen Behörden wieder. Sie forderten von der Hamburger Mordkommission die Ermittlungsakten im Fall Rosemarie van Fürt an. „Wir sind überzeugt davon“, schrieben die Prager Behörden, „daß Drazan die Tat begangen hat.“ In der Zwischenzeit war der Mithäftling noch einmal eingehend verhört worden. Es stellte sich dabei heraus, daß Drazan ihm erzählt hatte: „Es war in Hamburg. Auf St. Pauli.“ Der Mithäftling wußte Einzelheiten über die Tat, die nur dem Mörder bekannt sein konnten. „Von diesen Einzelheiten ist bisher nichts veröffentlicht worden“, sagte dazu ein Sprecher der Mordkommission. „Aber als wir das hörten, gab es für uns keinen Zweifel mehr, daß der in Prag einsitzende Milan Drazan der Täter ist.“

Milan Drazan, der sich im Herbst 1972 längere Zeit in Hamburg aufgehalten hatte, reiste unmittelbar nach dem Mord in seine Heimat zurück.

Von Redaktion

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