📍 Erzsébet, 21 Jahre, Ungarin – 1. Juli 2024, Schortens-Accum, Niedersachsen 🇩🇪😢

Bericht aus der NZ:

In der Wohnung brennt Licht, Fenster und Türen stehen offen. Die Stille draußen auf der Straße setzt sich im Haus fort. Die Polizisten betreten die Wohnung, arbeiten sich von Raum zu Raum vor. Schließlich öffnen sie die Tür zum letzten Zimmer – und finden dort eine schwer verletzte (Erzsébet) auf dem Ecksofa, kaum ansprechbar, der Kiefer geschwollen, Hämatome am Körper. „Es war wie in einem Horrorfilm“, beschreibt ein Polizist vor dem Amtsgericht Jever die Szenerie, die sich ihm und seinen Kollegen Mitte Juli in Schortens bot.

Ein 60-jähriger Musiker aus Ungarn, ein Bekannter des Angeklagten, berichtete von einem Streit in jener Nacht. Nach seinen Angaben hätten der Angeklagte und das Opfer in seiner Wohnung gefeiert. Der mutmaßliche Grund des Streits: (Erzsébet) habe den Angeklagten überreden wollen, nach Ungarn zurückzufahren, um sich dort einem offenen Haftbefehl zu stellen. Der Angeklagte habe sie erst verbal, dann körperlich attackiert, so der Zeuge. Er habe gehört, wie sie geschlagen wurde. Daraufhin sei er in das Zimmer gegangen und habe gesehen, wie der Mann der 21-Jährigen Ohrfeigen verpasst habe. Zuvor habe er ihn und die Frau noch mit einem Messer bedroht.

Obwohl er mehrfach die Polizei gerufen habe, sei es zunächst zu keinem Einsatz gekommen. Grund dafür: Von einer Bedrohungssituation hatte er am Telefon den Beamten nichts gesagt, sondern nur von einem offenen Haftbefehl aus Ungarn gesprochen. Auch machte der Zeuge zum Teil widersprüchliche Aussagen, was den genauen Hergang angeht. Für ihn stand jedoch fest: Der Angeklagte soll (Erzsébet) verprügelt haben.

Die mutmaßlichen Vorfälle in der Wohnung waren dabei offenbar nicht die ersten Gewalttaten des Abends. Bereits einige Stunden zuvor waren der Angeklagte und das Opfer in Schortens auffällig. Ein Zeuge (36) berichtete, wie der Angeklagte (Erzsébet) mit einem Schlag vom Gepäckträger eines Fahrrads gestoßen habe, nur um sie dann wieder aufzuheben und mit ihr weiterzufahren. „Sie sah aus, als hätte man sie über den Asphalt gezogen“, schilderte der Zeuge, der daraufhin die Polizei alarmierte.

Die medizinischen Befunde der 21-Jährigen (Erzsébet) sind erschütternd: ein doppelter Unterkieferbruch, mehrere Gesichtsfrakturen, eine Kopfwunde, Rippenbrüche und Hämatome, auch im Intimbereich. Die Gerichtsmedizinerin betonte, dass die meisten Verletzungen von stumpfer Gewalteinwirkung stammen. Dass sie mit diesen Verletzungen noch Fahrrad fahren konnte, halte sie daher für äußerst unwahrscheinlich.

Eine Polizistin, die (Erzsébet) kurz nach der Tat verhörte, bestätigte zwar vor Gericht, dass das Opfer von einem Freier gesprochen hatte. Jedoch habe die 21-Jährige durch konsumierte Drogen einen „Filmriss“ gehabt. „Ich hatte das Gefühl, sie wollte ihren Lebensgefährten nicht belasten“, äußerte die Polizistin vor Gericht ihre Zweifel.

Von Redaktion

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