📍 Agata*, 39 Jahre, Polin – 13. Juni 2014, Gotha, Thüringen 🇩🇪😢 

Nach der Misshandlung von Agata* hat die Staatsanwaltschaft vier Männer, Florin U., Ionut C., Marian D. und Nicolae P., wegen Mordversuchs angeklagt. Sie hätten die schwer verletzte Agata* bewusstlos und gefesselt in einer Wohnung zurückgelassen und dabei ihren Tod in Kauf genommen, gab die Behörde bekannt. Die vier Rumänen seien sowohl in Deutschland als auch ihrem Heimatland bereits «vielfach» polizeibekannt, auch wegen Gewalttaten. Zwei hätten die Vorwürfe teilweise gestanden, zwei dazu geschwiegen.

Die 29 bis 35 Jahre alten Männer misshandelten demnach Agata* Mitte Juni 2014 in der von ihr genutzten Wohnung, schlugen und beraubten sie (700 Euro Bargeld, zwei Handys, drei goldene Fingerringe und Schmuck im Wert von ca. 300 Euro). Agata* habe sich trotz ihrer schweren Verletzungen noch selbst befreien können. Nach den Verdächtigen wurde danach mit internationalen Haftbefehlen gefahndet.

Die Staatsanwaltschaft macht keine Angaben, mit welchen Tatortspuren die Ermittler die Männer identifizierten. Einer ging der Polizei bei einer Routinekontrolle im niedersächsischen Goslar ins Netz, einen stellten Ermittler am Flughafen von Frankfurt/Main. Zwei weitere wurden in Rumänien festgenommen.

2016 wurden die Täter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil im Mai 2017 auf und verwies den Fall zurück ans Erfurter Landgericht. Der BGH äußerte unter anderem Zweifel an der Einschätzung des Gerichts, es habe sich bei der Tat um einen Versuch gehandelt, einen vorangegangenen Raub und die Misshandlung der Frau zu verdecken.

Die Polizistin, die die Betroffene aufgefunden hatte, sprach vor Gericht von einem „schrecklichen Anblick: Blutüberströmtes Gesicht, auf dem Rücken gefesselte Hände, ein Handtuch um den Hals gewickelt, welches über ein Band mit den gefesselten Händen verbunden. Die Verständigung mit ihr sei schwierig gewesen, da sie kaum reden konnte. Ihr Gesicht sei geschwollen gewesen.

Bis heute leidet Agata* unter den Verletzungen und psychischen Spätfolgen der Misshandlungen.

Von Redaktion

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